Ramadan-Streit an Klever Gesamtschule – Toleranz ist keine Einbahnstraße

Die Berichte über einen Ramadan-Streit an einer Schule in Kleve sorgen bundesweit für Diskussionen. Medienberichten zufolge sollen Schülerinnen und Schüler aufgefordert worden sein, ihr Pausenbrot während des Ramadans nur heimlich oder abgewandt zu essen, um fastende Mitschüler nicht zu „provozieren“.

Dazu erklärt der Bezirksvorsitzende der Jungen Liberalen Niederrhein, Luca Kersjes: „Deutschland ist ein Land der Religionsfreiheit und gerade deshalb darf niemand gezwungen werden, religiöse Regeln anderer zu befolgen. Die Freiheit des Einzelnen endet, wo sie andere einschränkt“

Wenn Kinder in der Schule ihr Essen verstecken müssen, ist eine Grenze überschritten. Schulen sind Orte der Bildung, der Offenheit und der individuellen Freiheit. Religiöse Vorschriften dürfen dort nicht indirekt für alle gelten. Toleranz bedeutet, unterschiedliche Lebensweisen zu respektieren, nicht, sie anderen aufzuzwingen. Immer wieder sorgten Berichte aus Nordrhein-Westfalen Bundesweit für Aufsehen, wonach einzelne Schülergruppen versucht haben, religiöse Regeln im Schulalltag für andere verbindlich zu machen. Erst kürzlich wurde an einer Schule in NRW bekannt, dass Schüler versucht haben, religiöse Vorschriften nach Art einer Scharia-Ordnung durchzusetzen. Solche Entwicklungen zeigen, wie wichtig es ist, dass Schulen klare Grenzen setzen und ihre Neutralität wahren.

Gerade junge Menschen müssen lernen, dass Freiheit, Eigenverantwortung und gegenseitiger Respekt zusammengehören. Es darf nicht sein, dass Schülerinnen und Schüler unter Druck geraten, ihr Essen wegzuwerfen, zu fasten oder sich beim Essen zu verstecken. Nach Berichten von Eltern soll es genau solche Situationen gegeben haben. Die Schulaufsicht hat sich inzwischen eingeschaltet.

Der Kreisvorsitzende der Jungen Liberalen Kleve-Geldern Celestino Sternberg erklärt dazu: „Schulen müssen Orte der Offenheit und der individuellen Freiheit sein. Religiöse Praxis verdient Respekt, sie darf aber niemals zum Maßstab für alle werden. Staatliche Institutionen müssen weltanschaulich neutral bleiben.“

Die Jungen Liberalen erwarten nun eine umfassende Aufklärung der Vorfälle sowie eine klare Botschaft der Schulpolitik: In deutschen Schulen gilt die Freiheit jedes einzelnen Kindes unabhängig von Religion, Herkunft oder persönlicher Lebensweise.